Einbauschrank - das Möbel nach Maß

Was unterscheidet einen Einbauschrank von einem „normalen“ Schrank?
Möbel wie etwa eine Kommode, ein Sideboard oder ein einzelner Kleiderschrank sind freistehend.
Sie sind nicht mit der Wand bzw. Decke verbunden und können bei Bedarf leicht umgestellt werden.
Der Einbauschrank ist in der Entwicklunggeschichte von Möbeln relativ neu. Die Idee ist es, ein Möbel zu schaffen, dass sich den baulichen Gegenheiten des Hauses einfach anpasst. Nischen unter Treppen, Dachschrägen oder verwinkelte Ecksituationen können so als Stauraum perfekt genutzt werden.
Denn eines ist klar: Eine Kommode passt unter keine Treppe!
Doch wie genau funktioniert das?

Ein Einbauschrank gliedert sich dabei grundsätzlich in drei Elemente:
– der Korpus
– die Türen/Fronten
– der Wandanschluss – Passleisten

Der Korpus

Der Korpus bildet die Konstruktion und damit das Herzstück des Möbels. Er besteht aus Fachböden, Konstruktionsböden, Seiten, Mittelseiten, Schubläden und vielem mehr.
Da die Türen ihn größtenteils verdecken – außer wenn es offene Fächer gibt – bieten sich mehrere Möglichkeiten für die Auswahl des Korpusmaterials an. So stehen z.B. verschiedene Plattenwerkstoffe wie etwa Dreischicht- oder Multiplexplatten zur Verfügung.
Massivholz kann ebenso als Korpusmaterial eingesetzt werden – dann in Form von Massivholzplatten in durchgehender Lamelle oder als keilgezinkte Variante.
Korpus und Fronten müssen dabei nicht aus dem gleichen Material bestehen und auch nicht in gleicher Bauweise konstruiert sein. So kann der Korpus aus schlichter Buche bestehen, während die Fronten in dunklem, edlen Nussbaum ausgeführt sind.
Auch lässt sich durch durch den Einsatz von Farbe zusätzlicher Kontrast zwischen Möbelkörper und Sichtfläche erzielen.

Die Türen/Fronten

Die Fronten bilden klar das Gesicht eines Einbauschrankes.
Fiel die Entscheidung auf klassische Rahmentüren mit Holzfüllung, mag das Möbel traditioneller anmuten.
Glatte Türen wirken eher moderner, vielleicht aber auch etwas schlicht und eintönig.
Auch die Einteilung der Möbelansichtsfläche hat Einfluss auf die Gesamtwirkung. So erscheinen beispielsweise kleinteiligere Schublädenfronten anders als große schwere Türen, die nahezu von Boden bis Decke reichen.
Eine weitere Variante, die Fronten auszuführen, sind sogenannte Shoji-Türen. Dabei werden filigrane Holzrahmen mit reißfestem Papier bespannt. Lesen Sie dazu gerne den Beitrag Shoji-Türen im Portfolio.

Der Wandanschluss - Passleisten

Die Idee des Einbauschrankes ist es, ein Möbel zu schaffen, das mit Wand, Decke und Boden verbunden ist und so eine eigene neue Fläche entsteht. Da besonders Wand- und Deckenflächen nicht gerade und teilweise krumm ausgeführt sind, kann der so entstandene Spalt nun mit sogenannten Passleisten verdeckt werden. Diese werden einfach an die gegebene Wandsituation entsprechend angepasst. Sie haben eine Breite von 4-8 cm.
Auch bieten Passleisten die Möglichkeit, indirektes Licht in einen Raum zu bringen. Dazu werden in diese schmale LED-Streifen eingefräst, die die Fronten noch einmal hervorheben.

Fazit

Ein Einbauschrank ist weit mehr als ein Möbel. Durch seine große Fläche beeinflusst er klar die Gestalt eines Raumes.
Er kann Ordnung in die eigenen Klamotten bringen, die vorher in unordentlich aufeinandergestapelte Korpen gestopft wurden. Gleichzeitig kann er aber auch zusätzlich die Funktion der Beleuchtung übernehmen, wenn die Passleisten entsprechend konstruiert werden.
Ein Einbauschrank nach Maß dient sowohl im Schlafzimmer zur Aufbewahrung von Jacke und Hemd, als auch im Arbeitszimmer zum Einsortieren von Aktenordnen. Er wertet das große Wohnzimmer auf und macht im Kinderzimmer mit seinen vielen, vielen Schubläden das Einsortieren der Bausteine leicht.

Haben Sie eine Idee oder ein Wohnkonzept, das Sie gerne umsetzen würden? 
Ich freue mich, Ihnen mit meiner Erfahrung und Anregungen weiterhelfen zu können.
Gerne berate ich Sie mit Materialmustern, Zeichnungen sowie Bildern bereits verwirklichter Projekte vor Ort.

Ihr Schreinermeister Lukas Kirchmayr

Einbauschrank - das Möbel nach Maß